Der Podcast zum Thema
Voller Energie erzählt Hörerin Corina (60) von ihren Handy-Spielen zuhause und unterwegs, und den Jass-Nachmittagen und dem Turnen in der Tagesklinik. Vor knapp drei Jahren hat sie die Diagnose «Alzheimer» erhalten. Diese nichtmedikamentösen Interventionen sieht sie nicht als «Müssen» sondern als «Unterhaltung».
Eliane Baumberger nickt während der Aufzählungen. Sie arbeitet in den Universitären Psychiatrischen Diensten Bern (UPD) in der Universitätsklinik für Alterspsychiatrie und Psychotherapie und schreibt ihre Doktorarbeit in Health Care über «Nichtmedikamentöse Interventionen bei Menschen mit Demenz mit BPSD in der Alterspsychiatrie».
Das Aktiv-Sein, die Stimulation der Sinne und Beziehungen haben einen grossen Einfluss auf den Verlauf der Krankheit, betont sie und zeigt auf, welche Therapieformen es gibt. Wichtig sei, dass die Betätigungen Freude machen und dass man Verschiedenes und es mehrmals ausprobiere, um zu finden, was Wirkung zeige. Die nichtmedikamentösen Interventionen seien denn auch nicht ein Ersatz, sondern eine Ergänzung der medikamentösen Interventionen.
Therapie und Intervention werden umgangssprachlich oft gleichgesetzt, sind aber strenggenommen nicht identisch: Therapie bezeichnet eine geplante, strukturierte Behandlung einer Erkrankung oder Beeinträchtigung. Intervention meint eine gezielte, oft situative Massnahme, die Symptome lindern, den Verlauf beeinflussen oder Lebensqualität verbessern soll – sie kann Teil einer Therapie sein oder eigenständig erfolgen.