Liebe @ClaudiaZuerich
Sie schildern Alltagssituationen, die für Ihren Vater zunehmend schwieriger werden; bei denen zuvor einfache, routinierte Aufgaben Ihr Vater heute als Überforderung erlebt. Solche Veränderungen gehören zum Krankheitsverlauf bei Demenz. Für Angehörige können sie jedoch emotional belastend sein und erfordern oft viel Geduld und Anpassungsfähigkeit.
Der Verlust des Zeitgefühls ist bei Demenz häufig. Auch andere Fähigkeiten wie Organisation, Planung oder Entscheidungsfindung können beeinträchtigt sein, was die Terminplanung erschwert. Gleichzeitig bleiben manche Fähigkeiten lange erhalten, und es ist sinnvoll, diese gezielt zu nutzen und zu fördern.
Die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz liegen meist im "Hier und Jetzt". Wenn Ihr Vater sagt, dass er sich gestresst fühlt, kann es helfen, seine Gefühle anzuerkennen und ernst zu nehmen. Stellen Sie nach Möglichkeit jeweils nur eine Frage und geben Sie kurze, klare Informationen. Unser Infoblatt zur Kommunikation enthält hilfreiche Tipps für den Alltag.
Treten depressive Stimmungen auf, ist es ratsam, dies mit dem Hausarzt zu besprechen. Zwar kann die Stimmung von äusseren Einflüssen, wie dem Wetter, abhängen, doch Depressionen kommen bei Demenz häufig vor und sollten behandelt werden.
Angesichts der geschilderten Schwierigkeiten im Alltag könnte auch die Ergotherapie sinnvoll sein. Eine Ergotherapeutin oder ein Ergotherapeut, der Hausbesuche anbietet, kann die Fähigkeiten, Ressourcen und Einschränkungen Ihres Vaters beurteilen und konkrete Vorschläge für den Alltag machen. Zugang zu Ergotherapie finden Sie über Ergotherapeut*in finden - Ergotherapie-Verband ; auf ärztliche Verordnung wird die Behandlung von der Krankenkasse übernommen.
Wenn Sie sich direkt austauschen möchten, stehen Ihnen bei Bedarf auch die Beratungsstellen in den Sektionen und die nationale Beratungsstelle von Alzheimer Schweiz unter 058 058 80 00 werktags zu Bürozeiten zur Verfügung.